Die Metall Ritten GmbH ist Gastgeber der Architekturtagung „Alles nur Hülle“ die gemeinsam mit der arch.academy, dem Portal für kontinuierliche Weiterbildung der Architekten der Provinz Bozen, organisiert wurde. Der Großteil der Produktionshalle ist nicht wiederzuerkennen. Wo sonst tagtäglich geschweißt, geschliffen, geschnitten und montiert wird findet sich jetzt ein stilvoll ansprechender Vortragssaal.
Veronika Graf und Christoph Wenter betreten die Bühne und begrüßen gemeinsam mit der Präsidentin der arch.academy Arch. Verena Unterberger die Gäste. Renommierte Experten aus dem Bereich des Fassadenbaus sind mit Ihrem Fachwissen im Gepäck angereist und bereit für ihre Vorträge. Bühne frei!
Veronika Graf und Christoph Wenter betreten die Bühne und begrüßen gemeinsam mit der Präsidentin der arch.academy Arch. Verena Unterberger die Gäste. Renommierte Experten aus dem Bereich des Fassadenbaus sind mit Ihrem Fachwissen im Gepäck angereist und bereit für ihre Vorträge. Bühne frei!
Werner Tscholl – „Wer im Glashaus sitzt“
Architekt Werner Tscholl (*1955 in Latsch, Südtirol) gilt als wichtiger Protagonist in der Architektur des Alpenraums. Viele seiner Projekte haben für internationales Aufsehen gesorgt. Neben der Erlangung zahlreicher Architekturpreise wurde er im Jahr 2016 zu “Italiens Architekt des Jahres” gekührt. An einer Vielzahl seiner Projekte durfte die Metall Ritten GmbH Schlosser- und Fassadenarbeiten ausführen.
Fassaden, also Gebäudehüllen, sind jene Elemente eines Gebäudes, welche auf visueller Ebene mit der Umgebung - sei es mit der Landschaft als auch mit Nachbargebäuden - interagieren.
Werner Tscholl zeigt anhand einiger der von ihm umgesetzten Projekte, wie wichtig es ist, bei der Fassadenplanung Wirkung und Muster der umgebenden Landschaft und Architektur zu lesen, und diese auf zeitgemäße Weise und unter Anwendung modernster Standards in den Bau einfließen zu lassen. So ist für ihn die Herangehensweise mehr als schlüssig, in rationale Landschaften, Gebäude mit rationaler, auf das wesentliche reduzierter Formensprache zu setzen. Sein Credo „Form follows landscape“ macht er im Vinschgau am Beispiel des Schülerheims Fürstenburg in Burgeis deutlich. In naher Umgebung des Gebäudes liegen das Kloster Marienberg und der Widum, welche das architektonische Landschaftsbild mit ihren weißen Fassaden und im Kontrast dazu nahezu schwarz wirkenden Fensterflächen dominieren. Das Ergebnis der Abstraktion dieser schwarz-weiß Wirkung ist ein Strichcode, der als Ausgangspunkt für die Gestaltung der Fassade des Schülerheims fungiert.
Weiter im Süden Südtirols wird die Landschaft weniger rational, erscheint temperamentvoller, verspielter. Dies spiegelt sich auch in Tscholls Architektur wider. Die Fassade der Kellerei Tramin zum Beispiel nimmt die Formensprachen einer Weinrebe auf. Aber nicht nur über die Aussenwirkung von Fassaden spricht Tscholl in seinem Vortrag. Hüllen seien auch für Wertvolle Gegenstände wie Ausstellungsstücke in Museen wichtig.
Zuletzt wendet Werner Tscholl noch seinen Blick auf die Innenseite von Gebäudehüllen. Neben der Wirkung nach außen trägt eine Fassade auch maßgebliche Wirkungen in das Innere der Gebäude. Hier hat sich im Laufe des häuslichen Lebens am meisten verändert. Wo früher Häuser den Menschen hauptsächlich Schutz und ein Gefühl der Verborgenheit vermittelten, hat sich das Erleben von Sicherheit in der heutigen Zeit stark gewandelt. Der Trend richtet sich stark in Richtung Öffnung nach außen hin. „Wer im Glashaus sitzt, der kann hinausschauen, die Natur genießen und ein Teil davon werden“, so Tscholl.
Fassaden, also Gebäudehüllen, sind jene Elemente eines Gebäudes, welche auf visueller Ebene mit der Umgebung - sei es mit der Landschaft als auch mit Nachbargebäuden - interagieren.
Werner Tscholl zeigt anhand einiger der von ihm umgesetzten Projekte, wie wichtig es ist, bei der Fassadenplanung Wirkung und Muster der umgebenden Landschaft und Architektur zu lesen, und diese auf zeitgemäße Weise und unter Anwendung modernster Standards in den Bau einfließen zu lassen. So ist für ihn die Herangehensweise mehr als schlüssig, in rationale Landschaften, Gebäude mit rationaler, auf das wesentliche reduzierter Formensprache zu setzen. Sein Credo „Form follows landscape“ macht er im Vinschgau am Beispiel des Schülerheims Fürstenburg in Burgeis deutlich. In naher Umgebung des Gebäudes liegen das Kloster Marienberg und der Widum, welche das architektonische Landschaftsbild mit ihren weißen Fassaden und im Kontrast dazu nahezu schwarz wirkenden Fensterflächen dominieren. Das Ergebnis der Abstraktion dieser schwarz-weiß Wirkung ist ein Strichcode, der als Ausgangspunkt für die Gestaltung der Fassade des Schülerheims fungiert.
Weiter im Süden Südtirols wird die Landschaft weniger rational, erscheint temperamentvoller, verspielter. Dies spiegelt sich auch in Tscholls Architektur wider. Die Fassade der Kellerei Tramin zum Beispiel nimmt die Formensprachen einer Weinrebe auf. Aber nicht nur über die Aussenwirkung von Fassaden spricht Tscholl in seinem Vortrag. Hüllen seien auch für Wertvolle Gegenstände wie Ausstellungsstücke in Museen wichtig.
Zuletzt wendet Werner Tscholl noch seinen Blick auf die Innenseite von Gebäudehüllen. Neben der Wirkung nach außen trägt eine Fassade auch maßgebliche Wirkungen in das Innere der Gebäude. Hier hat sich im Laufe des häuslichen Lebens am meisten verändert. Wo früher Häuser den Menschen hauptsächlich Schutz und ein Gefühl der Verborgenheit vermittelten, hat sich das Erleben von Sicherheit in der heutigen Zeit stark gewandelt. Der Trend richtet sich stark in Richtung Öffnung nach außen hin. „Wer im Glashaus sitzt, der kann hinausschauen, die Natur genießen und ein Teil davon werden“, so Tscholl.
Roland Rossi - „Transparenz mit Glas“
Ing. Roland Rossi (*1974 in Bozen, Südtirol) ist ein erfahrener Bauingenieur und Experte für Glasbau, Fassadenbau, Fassadenplanung und Bauphysik. Seit 2011 ist er Partner und Geschäftsführer des Ingenieurbüros gbd GFE GmbH. Weiteres ist er unter anderem im Vorstand der Ingenieurkammer Bozen und als Referent für die “Klimahausagentur GmbH” tätig.
Die technische Komplexität, welche der normgerechten Planung und Realisierung von Gebäudehüllen vom Grobentwurf bis ins kleinste Detail innewohnt, wird im folgenden Vortrag von Ing. Roland Rossi deutlich. Am Beispiel zweier Universitätsgebäude am Technik Campus in Innsbruck, zeigt er anhand von Plänen, Fassadenquerschnitten und anschaulichen Bildern, wie zwei Fassaden mit unterschiedlichen Grundkonzepten den Anforderungen von Sonnenschutz, Windschutz und Kälteschutz gerecht werden können.
Weiters spricht Rossi über Windkanal-Tests von Fassadenelementen. Von sechs vorhandenen Windkanälen in Europa sei es jener am Politecnico in Mailand, welche hauptsächlich für Tests im Bereich der Gebäudetechnik verwendet würde, so Rossi. Verschiedene Bereiche einer Fassade sind unterschiedlichen Windkräften ausgesetzt. Deshalb ist es wichtig die entstehenden Windverhältnisse durch Messungen und Berechnungen bereits in der Planungsphase zu kennen und in Windkanälen zu simulieren.
Daraus können Schlüsse darüber gezogen werden, welchen Widerständen Motoren von beweglichen Fassadenelementen wie zum Beispiel Verschattungen standhalten müssen.
Die technische Komplexität, welche der normgerechten Planung und Realisierung von Gebäudehüllen vom Grobentwurf bis ins kleinste Detail innewohnt, wird im folgenden Vortrag von Ing. Roland Rossi deutlich. Am Beispiel zweier Universitätsgebäude am Technik Campus in Innsbruck, zeigt er anhand von Plänen, Fassadenquerschnitten und anschaulichen Bildern, wie zwei Fassaden mit unterschiedlichen Grundkonzepten den Anforderungen von Sonnenschutz, Windschutz und Kälteschutz gerecht werden können.
Weiters spricht Rossi über Windkanal-Tests von Fassadenelementen. Von sechs vorhandenen Windkanälen in Europa sei es jener am Politecnico in Mailand, welche hauptsächlich für Tests im Bereich der Gebäudetechnik verwendet würde, so Rossi. Verschiedene Bereiche einer Fassade sind unterschiedlichen Windkräften ausgesetzt. Deshalb ist es wichtig die entstehenden Windverhältnisse durch Messungen und Berechnungen bereits in der Planungsphase zu kennen und in Windkanälen zu simulieren.
Daraus können Schlüsse darüber gezogen werden, welchen Widerständen Motoren von beweglichen Fassadenelementen wie zum Beispiel Verschattungen standhalten müssen.
Es ist 16:00 Uhr und Zeit für eine kleine Pause. Es gibt Kaffee und Kuchen. Danach ist es Zeit für Dr. Ing. Oscar Stuffers Vortrag.
Dr. Ing. Oscar Stuffer - „Komfort in jeder Situation, aber wie?“
Bauingenieur Dr. Ing. Oscar Stuffer (*1972 in Bozen, Südtirol) ist geschäftsführender Partner der Solarraum GmbH. Er ist Mitglied der Ingenieurkammer Bozen, Passivhaus-Experte und hat seit 2021 – nach mehrjähriger Lehrtätigkeit an verschiedenen Universitäten – eine Professur für Bauingenieurwesen, Architektur und Innenarchitektur an der “IU Internationale Hochschule” inne.
Dr. Ing. Oscar Stuffer spricht in seinem Vortrag vor allem über das Thema Komfort. Der thermische Komfort einer Fassade unterliegt immer dem Spannungsfeld zwischen kalten und warmen Jahreszeiten. Die Begünstigung der warmen Jahreszeit bewirkt die Benachteiligung der kalten und umgekehrt. Darum ist es wichtig auf mobile Verschattungselemente zu setzen, um so den Lichteinfall und die damit einhergehende Wärmeentwicklung im Gebäude der Jahreszeit anzupassen. Solche mobilen Verschattungen werden in vielen Fällen mit Textilien realisiert. Hier gibt es je nach Art der verwendeten Textilie große Unterschiede, was Lichtdurchlässigkeit und Reflektivität betrifft.
Ebenso großen Einfluss auf das Komfortempfinden in Gebäuden haben die akustischen Eigenschaften einer Fassade. Gebäudestandorte unterscheiden sich stark, vor allem durch die Nähe zu verschiedenen Lärmquellen. Für die Planung der Geräuschdämmung sind genaue Kenntnisse der Umgebung notwendig, denn Kleinigkeiten machen hier große Unterschiede. Durch das Variieren der Scheibenabstände bei Doppelverglasungen kann die Filterwirkung auf bestimmte akustische Frequenzen verstärkt werden. Die Verwendung von Dreifachverglasung im Unterschied zur Zweifachverglasung bringt dagegen nicht immer einen Vorteil mit sich.
Nun, wie können im Rahmen der Fassadenplanung all diese Erkenntnisse gewonnen und aussagekräftige Daten erhoben werden? Moderne Simulationstechniken machen es möglich. Unter Einbeziehung verschiedener Faktoren wie der geographischen Position des Standortes, Verschattungsquellen in der Umgebung und klimatische Bedingungen können Informationen über Temperatur- und Lichtverhältnisse sowie Lichtintensität zu verschiedenen Tages- und Jahreszeiten gewonnen werden. Auch Lärmquellen in der Umgebung werden mit einbezogen. Auf diese Weise können detaillierte dynamische Simulationen für unterschiedlichste Bereiche der Fassade am Gebäude erstellt werden.
Dr. Ing. Oscar Stuffer spricht in seinem Vortrag vor allem über das Thema Komfort. Der thermische Komfort einer Fassade unterliegt immer dem Spannungsfeld zwischen kalten und warmen Jahreszeiten. Die Begünstigung der warmen Jahreszeit bewirkt die Benachteiligung der kalten und umgekehrt. Darum ist es wichtig auf mobile Verschattungselemente zu setzen, um so den Lichteinfall und die damit einhergehende Wärmeentwicklung im Gebäude der Jahreszeit anzupassen. Solche mobilen Verschattungen werden in vielen Fällen mit Textilien realisiert. Hier gibt es je nach Art der verwendeten Textilie große Unterschiede, was Lichtdurchlässigkeit und Reflektivität betrifft.
Ebenso großen Einfluss auf das Komfortempfinden in Gebäuden haben die akustischen Eigenschaften einer Fassade. Gebäudestandorte unterscheiden sich stark, vor allem durch die Nähe zu verschiedenen Lärmquellen. Für die Planung der Geräuschdämmung sind genaue Kenntnisse der Umgebung notwendig, denn Kleinigkeiten machen hier große Unterschiede. Durch das Variieren der Scheibenabstände bei Doppelverglasungen kann die Filterwirkung auf bestimmte akustische Frequenzen verstärkt werden. Die Verwendung von Dreifachverglasung im Unterschied zur Zweifachverglasung bringt dagegen nicht immer einen Vorteil mit sich.
Nun, wie können im Rahmen der Fassadenplanung all diese Erkenntnisse gewonnen und aussagekräftige Daten erhoben werden? Moderne Simulationstechniken machen es möglich. Unter Einbeziehung verschiedener Faktoren wie der geographischen Position des Standortes, Verschattungsquellen in der Umgebung und klimatische Bedingungen können Informationen über Temperatur- und Lichtverhältnisse sowie Lichtintensität zu verschiedenen Tages- und Jahreszeiten gewonnen werden. Auch Lärmquellen in der Umgebung werden mit einbezogen. Auf diese Weise können detaillierte dynamische Simulationen für unterschiedlichste Bereiche der Fassade am Gebäude erstellt werden.
Thomas Kölly, Frank Steinsdörfer „Der nächste Sommer kommt bestimmt“
Thomas Kölly & Frank Steinsdörfer sind Gründer und Geschäftsinhaber der Firma ODG 2.0 GmbH mit Rechtssitz in Frankenhardt (DE). Durch die langjährige Erfahrung mit Glas beraten sie Architekten, Fassadenberater und Planer, Metallbauer sowie Glasverarbeiter. Sie sind Experten für Glasherstellung- und Verarbeitung und kennen die Anforderungen des Marktes sowie die zukünftigen technologischen Trends ganz genau.
Fassaden mit großen Glasflächen bedeuteten lange Zeit einen Nachteil in der thermischen Regulation von Innenräumen. Jedoch hat die Technologie in diesem Bereich in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht. Als Experten für Glasherstellung und Glasverarbeitung wissen Thomas Kölly und Frank Steinsdörfer von der Firma ODG 2.0 GmbH über diese Fortschritte Bescheid und eröffnen in ihrem Vortrag Einblicke in den Status quo der Glasindustrie im Jahr 2022.
Grundlage für die Entwicklung von Isolationsgläsern ist die Kenntnis über die Qualität und die Zusammensetzung des Sonnenlichts. Grundsätzlich wird die optische Strahlung nach ihrer Wellenlänge in drei Bereiche gegliedert: die Ultraviolette Strahlung (UV), das sichtbare Licht und die Infrarotstrahlung. Mit neuentwickelten Glasbeschichtungen wird eine möglichst akkurate Selektion dieser drei Strahlungsbereiche angestrebt. Ziel ist eine maximale Lichtdurchlässigkeit bei einem ebenso hohen Reflexionsgrad von Infrarotstrahlung. Einfach gesagt: Licht dringt durch das Glas und erhellt Innenräume während Wärme im Winter nicht nach außen- beziehungsweise im Sommer nicht nach innen kommt. Forschung und Industrie ziehen hier an einem Strang was den Rahmen des Möglichen stetig erweitert.
Im Bereich der Nachhaltigkeit habe die Glasindustrie noch einigen Nachholbedarf, räumt Steinsdörfer ein. Allerdings seien auch hier entscheidende Weichen bereits gestellt. Vor allem setze man auf den Einsatz von recyceltem Scherbenmaterial. Dadurch könnten große Mengen an Rohstoffen und Energie bei der Glasproduktion eingespart werden.
Am Ende der Präsentation stellt Steinsdörfer noch Projekte vor, wo nachhaltige Konzepte bereits erprobt und erfolgreich umgesetzt wurden.
Fassaden mit großen Glasflächen bedeuteten lange Zeit einen Nachteil in der thermischen Regulation von Innenräumen. Jedoch hat die Technologie in diesem Bereich in den letzten Jahren große Fortschritte gemacht. Als Experten für Glasherstellung und Glasverarbeitung wissen Thomas Kölly und Frank Steinsdörfer von der Firma ODG 2.0 GmbH über diese Fortschritte Bescheid und eröffnen in ihrem Vortrag Einblicke in den Status quo der Glasindustrie im Jahr 2022.
Grundlage für die Entwicklung von Isolationsgläsern ist die Kenntnis über die Qualität und die Zusammensetzung des Sonnenlichts. Grundsätzlich wird die optische Strahlung nach ihrer Wellenlänge in drei Bereiche gegliedert: die Ultraviolette Strahlung (UV), das sichtbare Licht und die Infrarotstrahlung. Mit neuentwickelten Glasbeschichtungen wird eine möglichst akkurate Selektion dieser drei Strahlungsbereiche angestrebt. Ziel ist eine maximale Lichtdurchlässigkeit bei einem ebenso hohen Reflexionsgrad von Infrarotstrahlung. Einfach gesagt: Licht dringt durch das Glas und erhellt Innenräume während Wärme im Winter nicht nach außen- beziehungsweise im Sommer nicht nach innen kommt. Forschung und Industrie ziehen hier an einem Strang was den Rahmen des Möglichen stetig erweitert.
Im Bereich der Nachhaltigkeit habe die Glasindustrie noch einigen Nachholbedarf, räumt Steinsdörfer ein. Allerdings seien auch hier entscheidende Weichen bereits gestellt. Vor allem setze man auf den Einsatz von recyceltem Scherbenmaterial. Dadurch könnten große Mengen an Rohstoffen und Energie bei der Glasproduktion eingespart werden.
Am Ende der Präsentation stellt Steinsdörfer noch Projekte vor, wo nachhaltige Konzepte bereits erprobt und erfolgreich umgesetzt wurden.
Arch. Manuel Gschnell – „… mehr als nur Hülle“
Architekt Manuel Gschnell (*1986 in Meran, Südtirol) gehört mit seinem Büro “DEAR STUDIO” ohne Zweifel zu den kreativsten Vertretern in der Südtiroler Architektur-Szene. Gemeinsam mit seinem Partner Stefano Longo und einem zehnköpfigen Team realisieren sie extravagante Projekte, in welche sie ihre Expertise in den Disziplinen Design und Architektur gleichermaßen einfließen lassen.
Manuel Gschnell, sein Partner Stefano Longo und ihr zehnköpfiges Team sind unter dem Namen „DEAR STUDIO“ bekannt. Der Name „DEAR“ setzt sich aus den Begriffen „Design“ und „Architektur“ zusammen. Und der Definition des Begriffes „Design“ wird das DEAR Studio in jeder ihrer architektonischen Arbeiten gerecht. Ganz nach dem Motto „Form follows function“ setzen sie sich im Planungsprozess ihrer Projekte neben ästhetischen- vor allem auch mit sozialen, wirtschaftlichen und funktionellen Aspekten auseinander. Dies macht Manuel Gschnell in seinem Vortrag am Beispiel einiger ihrer Arbeiten deutlich.
Das Smarthotel Prinz Rudolf zum Beispiel wurde im Jahr 2020 neu erbaut. In der Konzeptionsphase waren geschichtliche Aspekte, gegenwärtige Marktanforderungen und die Eingliederung des Baukörpers in das bestehende Gelände die bestimmenden Faktoren. Besonders wichtig war den Architekten auch, soziale Treffpunkte zwischen den Gästen des Hotels und Gästen des dazugehörigen Campingplatzes zu schaffen. Dies wurde durch eine begehbare Grünfläche auf dem Hoteldach realisiert.
Als weiteres Beispiel stellt Gschnell das neu errichtete Progress Headquarter in Brixen vor. Hier wurde im Vorfeld der Planung der tägliche Betrieb genauestens analysiert. Räumliche Beziehungen zwischen Abteilungen wurden erörtert. Bewegungsflüsse des Personals wurden studiert und Entfernungen zeitlich erfasst. Anhand dieser Erkenntnisse wurden die verschiedenen Abteilungen im Gebäude angeordnet. Bis auf ein Büro sind alle Räumlichkeiten verglast und einsehbar, jedoch akustisch isoliert. Dies fördert die Arbeitsqualität durch eine gleichmäßige Belichtung und ein offenes Raumgefühl. Als Baumaterial dominiert Sichtbeton und präsentiert sich dem Besucher auf diese Weise auch als eines der wichtigsten Produkte der Progress Group.
Auch die bedeutende Rolle der Außenbeleuchtung thematisiert Gschnell. „Ein Gebäude verbringt die Hälfte seiner Lebenszeit bei Nacht, darum ist Außenbeleuchtung wichtig und soll den optischen Auftritt eines Baukörpers aktiv mitgestalten.“
Manuel Gschnell macht klar: Architektur ist mehr als nur ästhetische Hülle. Architektur beeinflusst soziales Leben und Erleben, Wirtschaftlichkeit, Funktionalität und Wohlbefinden.
Manuel Gschnell, sein Partner Stefano Longo und ihr zehnköpfiges Team sind unter dem Namen „DEAR STUDIO“ bekannt. Der Name „DEAR“ setzt sich aus den Begriffen „Design“ und „Architektur“ zusammen. Und der Definition des Begriffes „Design“ wird das DEAR Studio in jeder ihrer architektonischen Arbeiten gerecht. Ganz nach dem Motto „Form follows function“ setzen sie sich im Planungsprozess ihrer Projekte neben ästhetischen- vor allem auch mit sozialen, wirtschaftlichen und funktionellen Aspekten auseinander. Dies macht Manuel Gschnell in seinem Vortrag am Beispiel einiger ihrer Arbeiten deutlich.
Das Smarthotel Prinz Rudolf zum Beispiel wurde im Jahr 2020 neu erbaut. In der Konzeptionsphase waren geschichtliche Aspekte, gegenwärtige Marktanforderungen und die Eingliederung des Baukörpers in das bestehende Gelände die bestimmenden Faktoren. Besonders wichtig war den Architekten auch, soziale Treffpunkte zwischen den Gästen des Hotels und Gästen des dazugehörigen Campingplatzes zu schaffen. Dies wurde durch eine begehbare Grünfläche auf dem Hoteldach realisiert.
Als weiteres Beispiel stellt Gschnell das neu errichtete Progress Headquarter in Brixen vor. Hier wurde im Vorfeld der Planung der tägliche Betrieb genauestens analysiert. Räumliche Beziehungen zwischen Abteilungen wurden erörtert. Bewegungsflüsse des Personals wurden studiert und Entfernungen zeitlich erfasst. Anhand dieser Erkenntnisse wurden die verschiedenen Abteilungen im Gebäude angeordnet. Bis auf ein Büro sind alle Räumlichkeiten verglast und einsehbar, jedoch akustisch isoliert. Dies fördert die Arbeitsqualität durch eine gleichmäßige Belichtung und ein offenes Raumgefühl. Als Baumaterial dominiert Sichtbeton und präsentiert sich dem Besucher auf diese Weise auch als eines der wichtigsten Produkte der Progress Group.
Auch die bedeutende Rolle der Außenbeleuchtung thematisiert Gschnell. „Ein Gebäude verbringt die Hälfte seiner Lebenszeit bei Nacht, darum ist Außenbeleuchtung wichtig und soll den optischen Auftritt eines Baukörpers aktiv mitgestalten.“
Manuel Gschnell macht klar: Architektur ist mehr als nur ästhetische Hülle. Architektur beeinflusst soziales Leben und Erleben, Wirtschaftlichkeit, Funktionalität und Wohlbefinden.
Nach Ende von Manuel Gschnells Vortrag gibt es die Möglichkeit, den Abend gemeinsam ausklingen zu lassen. Bei einem köstlichen Buffet mit Umtrunk und entspannter Musik lassen Gäste, Organisatoren und Redner den Nachmittag gemeinsam Revue passieren. Die Stimmung ist gut und die Gelegenheit wird genutzt, um zu diskutieren, sich mit Berufskollegen zu vernetzen und um sich auszutauschen.